Teilnahme an der Bayerischen ID-Judo Einzelmeisterschaft

„Wo kommt Ihr denn her?“, so eine Nachfrage eines ID-Judoka, der mit dem Schriftzug auf der Sportjacke so gar nichts anfangen konnte. „Wir kommen aus Köln, haben Männerwochenende“, antwortet der Judo-Vater und der Kämpfer neben ihm, grinsend bis zu beiden Ohren. Etwa 50 Teilnehmer fanden sich beim JC Freising zur offenen Bayerischen ID-Judo Einzelmeisterschaft ein. Diesmal waren neben den WK 2 und WK 3 Athleten nur die Münchner Judoka Henry Unterseher und Benedikt Tröger als die beiden einzigen WK 1 Judoka aktiv dabei. Der Special Olympics Sieger 2019, Samuel Dietz begleitete die Sportfreunde Harteck aus München aus der Zuschauerperspektive.

Als Ausrichter fungierte der JC Freising e. V. 1964 in Kooperation mit der OBA Lebenshilfe Freising unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Tobias Eschenbacher. Dieser leitete mit einer Ansprache den Wettkampftag ein und gratulierte, zusammen mit den Nachrednern Michael Schwaiger, Lebenshilfe, und Helmut Weinzierl, Sportreferent im Stadtrat, dem Initiator des ID-Judo in Freising, Karl-Heinz Kiefer und seinem Team für die Ausrichtung der Meisterschaft und ihren persönlichen Einsatz zum Gelingen der Judoabteilung.

Die anschließenden Worte von Alwin Brenner, Ressortleiter BJV, Florian Sachs, Special Olympics Bayern, Dr. Wolfgang Janko, Stellv. Abteilungsleiter ID-Judo beim DBS und Karl-Heinz Kiefer wurden kurz gefasst und die Kampfrichter vorgestellt.

„Hajime“, so der Kampfrichter Max Sonner, der wie seine drei Kollegen auf 2 Matten die 60 Kämpfe gefühlvoll leitete. Verfolgt wurden die Begegnungen von einem ortsansässigen Fernsehteam und den anwesenden Zuschauern in der Luitpoldhalle Freising. „Boden oder Stand“, so die Frage des Kampfrichters Hoosein Soodbakhsh an Mustafa Celik. Sein österreichischer Gegner antwortete für ihn: „Boden“. So wurde im Kniestand der Wettkampf begonnen, den Celik durch zwei Drehtechniken mit Wazzari-Wertungen vorzeitig für sich entscheiden konnte. Der 17-jährige Gelbgurtträger wurde von seiner Mutter begleitet und ihn nach seinen gewonnenen Kampf innig herzte.

Die Begegnungen, auch durch die Kampfrichter Daniel Backofen und dem Hauptkampfrichter Ludwig Tradler, wurden mit viel Einfühlungsvermögen und Sachverstand geleitet. „Ja, das Vorgehen ist deutlich anders als bei anderen Meisterschaften!“, so Soodbakhsh, der seinen zweiten Einsatz im ID-Judo hatte.

Bei der Meisterschaft wurden 15 Bayerische Meister geehrt und man merkte allen Judoka bei der Siegerehrung an, dass es eher um das große Ganze geht. So war es für die drittplatzierte Carolin Anzinger sehr wichtig, ihre Vereinskollegin Alessia Schmidt zum Siegerpodest zu begleiten, um ihr anschließend für die Goldmedaille in der gleichen Gewichtsklasse zu gratulieren.

Für die Sportler aus ganz Bayern, NRW, Niederösterreich und dem Salzburger Land war es wieder eine Freude, sich zu messen und einen Tag mit Freunden verbringen zu können. Ein besonderer Tag war es für die Mutter von Mustafa Celik, die Ihren Sohn nun Bayerischer Meister nennen darf.

(Text: Peter Franz, Foto: Gülfidan Franz)

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